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Frankfurt am Main, 15.11.2016

Berater verringern Abhängigkeit vom Aktienmarkt

Inside Anlageberatung

Politische Unsicherheit führt zu Rekord-Vorsicht bei Beratern +++ Private Banking Profis setzen auf Gewinne unabhängig von der Aktienmarktentwicklung +++ Zielrenditen der Neuinvestments auf Allzeittief +++ Europäische Aktien gewinnen an Bedeutung +++ Erwartete Höchstlevel im DAX® bei 11.050 Punkten und im EuroStoxx 50® bei 3.150 Punktenn

Die Unsicherheit über die politischen Auswirkungen der US-Präsidentschaftswahl spiegelt sich deutlich in den Anlagestrategien der Private Banking Experten und Vermögensverwalter wieder. Der DERICON Risikoindex, der die Risikoaversion der Berater aus den realen Produktkäufen ableitet, steigt auf den neuen Rekordstand von 3,68 Punkten. Grund dafür ist das erhöhte Sicherheitsbedürfnis der Investmentprofessionals, die die Risikoabsicherung der Neuinvestments in Produkte mit europäischen Barrieren um mehr als drei Prozentpunkte auf durchschnittlich 17,3 Prozent erhöhen. Berater versuchen den Anlageerfolg damit verstärkt von der zukünftigen Aktienmarktentwicklung zu entkoppeln und akzeptieren dafür zum Teil deutliche Renditeeinbußen. Die aktuelle Sicherheitsstrategie lässt die maximalen Renditechancen der gekauften Produkte um ein Drittel auf 3,8 Prozent einbrechen. Rund die Hälfte aller Zertifikate weist zum Kaufzeitpunkt sogar eine Ertragschance von weniger als drei Prozent auf. Zertifikate die Gewinne von mehr als sechs Prozent in Aussicht stellen, machen nur noch 20 Prozent des Kaufvolumens aus.

Profiteure auf der Basiswertseite sind europäische Titel. Der Anteil des EuroStoxx 50® legt um fast acht Prozentpunkte auf 40,2 Prozent zu. Auch Öl- und Gaswerte aus Europa gewinnen an Bedeutung. Nach dem DAX® mit einem Anteil von 16,0 Prozent rangiert der Stoxx® Europe 600 Oil & Gas Index mit 4,6 Prozent erstmals auf dem dritten Rang der nachgefragten Basiswerte. Bei den Einzelaktien liegt Daimler (2,6 Prozent) gefolgt von Dürr (2,5 Prozent) an der Spitze.

Mit einer Verlängerung des Investmenthorizontes um rund zwei Monate versuchen Anlageberater und Kunden kurzfristige Kursturbulenzen zu überbrücken. Im Durchschnitt werden Produkte mit einer Laufzeit von 11,2 Monaten (Vormonat: 9,3 Monate) erworben. Auch die Nachfrage nach Kurzläufern mit einem Bewertungstag innerhalb der nächsten sechs Monate geht deutlich zurück. Während im September noch etwa ein Viertel aller Produkte in dieses Laufzeitintervall fielen, sorgt die aktuelle Unsicherheit dafür, dass nur 11,3 Prozent der Neuinvestments binnin eines halben Jahres fällig werden.

Weitere Analysen und ausführliche Darstellungen der Ergebnisse erhalten Sie unter: sebastian.gertler.