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Frankfurt am Main, 11.08.2016

Private Banking Experten sehen aktuelle Kursrally skeptisch

Inside Anlageberatung

Ausmaß der Sommerrally überrascht Berater und Kunden +++ DERICON Risikoindikator zeigt weiterhin hohes Maß an Vorsicht +++ Risikopuffer der Investments steigen deutlich +++ Drastischer Vertrauensverlust in den EuroStoxx 50® +++ Anteil von Reverse Produkten auf Allzeithoch +++ Extreme Korrekturen nicht ausgeschlossen: Absicherungsniveau im DAX®: 8.400 Punkte

Nach dem Brexit-Crash Ende Juni hatten Investmentprofessionals mit einer deutlich langsameren Erholung der Märkte gerechnet. In den letzten Wochen positionierten sich die Experten mit Produkten, die im Durchschnitt maximal bis zu einem Stand von 10.180 Punkten im DAX® und an einem Anstieg bis auf 3.010 Punkten im EuroStoxx 50® partizipieren. Aus Sicht der Berater ist das Potenzial der aktuellen Kursrally damit ausgeschöpft. Die erhöhte Skepsis gegenüber der Sommerhausse zeigt sich auch im DERICON Risikoindikator. Im abgelaufenen Monat steigt das Barometer um 0,4 Punkte auf einen Stand von 2,9 und damit auf den zweithöchsten Wert der letzten 24 Monate. Mit durchschnittlich 18,4 Prozent Risikopuffer (+1,4 Prozentpunkte) setzen Anleger und Berater zudem auf deutlich defensivere Investments als zuletzt. Die Einzelbetrachtung des DAX® zeigt, dass auch ein massiver Kurseinbruch nicht ausgeschlossen wird. Hinsichtlich der nächsten 12 Monate sichern sich die Anlageexperten vorsorglich gegen Rückschläge bis auf einen mittleren Zählerstand von 8.390 Punkten ab. Für das Plus an Sicherheit wird auf Renditechancen verzichtet: Im Durchschnitt wurden Neuanlagen mit nur noch 6,4 Prozent (-0,6 Prozentpunkte) Renditechance gekauft.

Änderungen finden sich auch bei den Top-Basiswerten. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50® büßt erheblich an Vertrauen ein und kann im Juli lediglich 16,1 Prozent der investierten Kundengelder auf sich vereinen – den niedrigsten Wert seit drei Jahren. Das deutsche Börsenbarometer DAX® profitiert und erreicht einen Marktanteil von 24,9 Prozent (+5,3 Prozentpunkte). Die Top Einzelwerte sind Deutsche Post (6,5 Prozent) und Wirecard (3,9 Prozent) gefolgt von Allianz (3,8 Prozent).

Für die Umsetzung der Defensivstrategie werden vermehrt Reverse Bonuszertifikate eingesetzt. Der Anteil der Papiere, die von fallenden Kursen profitieren, steigt von 1,6 Prozent auf 8,9 Prozent und damit auf ein Allzeithoch. Gleichzeitig rücken Discountzertifikate etwas in den Hintergrund. Mit 65,1 Prozent zwar immer noch mit Abstand die beliebteste Gattung verlieren die Rabattpapiere im Vergleich zum Vormonat 18 Prozent Marktanteil.

Weitere Analysen und ausführliche Darstellungen der Ergebnisse erhalten Sie unter: sebastian.gertler.